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Ibrahimović bei PSG: 4 Spielzeiten, 156 Tore, 4 Meistertitel in der Ligue 1

Am 17. Juli 2012 gab Paris Saint-Germain die Verpflichtung von Zlatan Ibrahimović vom AC Mailand bekannt. Der Schwede wechselte für rund 20 Millionen Euro nach Paris, wobei sein Gehalt ihn zu diesem Zeitpunkt zu einem der bestbezahlten Fußballer der Welt machte. Vier Jahre später, im Juli 2016, verlässt er den PSG mit vier aufeinanderfolgenden Ligue-1-Titeln, 156 Toren in allen Wettbewerben und dem Status einer der wichtigsten Persönlichkeiten in der jüngeren Vereinsgeschichte.

Ibrahimovićs Zeit bei PSG ist mehr als nur eine Aneinanderreihung von Toren und Titeln. Sie ist der sichtbare Ausdruck der neuen Ambitionen Katars: Zum ersten Mal hat sich ein echter Weltstar des Fußballs bereit erklärt, auf dem Höhepunkt seiner Karriere nach Paris zu wechseln. Dieser Artikel erzählt von diesen vier Spielzeiten, vom triumphalen Debüt bis zum bewegenden Abschied im Sommer 2016.

Die Ankunft in Paris im Sommer 2012

Als Zlatan Ibrahimović am 17. Juli 2012 beim PSG unterschrieb, war er Stürmer beim AC Mailand, sechsmaliger italienischer Meister in Folge (bei Inter und Milan) und mehrfach zum Torschützenkönig der Serie A gekürt. Mit 30 Jahren befand er sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Seine Verpflichtung ist Teil der massiven Investitionsstrategie von Qatar Sports Investments, das 2011 die Kontrolle über PSG übernommen hatte.

Zusammen mit ihm kam im selben Sommer auch Thiago Silva, ebenfalls aus Mailand, für eine Ablösesumme von 42 Millionen Euro. Der PSG landete einen Doppelschlag: Er sicherte sich in einem einzigen Transferfenster den besten Innenverteidiger und einen der besten Stürmer der Welt. Dies war der entscheidende Wendepunkt für das Image des katarischen Projekts, wie in unserer umfassenden Geschichte des PSG beschrieben.

Die mediale Resonanz ist sofort spürbar. Die offizielle Vorstellung am Trocadéro vor dem Eiffelturm hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Zum ersten Mal zieht Paris einen Spieler an, den sich alle großen europäischen Vereine gewünscht hätten. Die Ligue 1 gewinnt in der internationalen Wahrnehmung eine neue Dimension.

2012/13: Meistertitel nach 19 Jahren Wartezeit

Ibrahimovićs erste Saison in Paris war fulminant. Der Schwede erzielte 30 Tore in der Ligue 1 und wurde Torschützenkönig der Liga – eine Auszeichnung, die er in der Folge noch mehrfach erringen sollte. Der PSG gewann die französische Meisterschaft 2012/13, seinen ersten Titel seit 1994. Das bedeutete 19 Jahre des Wartens. Für die Pariser Fans markiert dieser Titelgewinn das Ende einer langen Durststrecke.

In der Champions League erreichte PSG das Viertelfinale, wo man gegen den FC Barcelona ausschied (2:2 und 1:1). Dies war bereits das beste Ergebnis des vergangenen Jahrzehnts und ein Signal an Europa: Paris ist zurück. Carlo Ancelotti leitete damals die Mannschaft, bevor er am Ende der Saison zu Real Madrid wechselte.

Zlatan Ibrahimovic im Trikot des PSG
Zlatan Ibrahimovic im Trikot des PSG

2013/14: Ibra baut seinen Vorsprung aus

Auch in seiner zweiten Saison hält Ibrahimović das gleiche Tempo. 26 Tore in der Ligue 1, ein weiterer Meistertitel und zudem der Gewinn des Ligapokals. Laurent Blanc tritt die Nachfolge von Ancelotti an und baut eine Mannschaft auf, deren Dreh- und Angelpunkt der schwedische Stürmer sowie Edinson Cavani ist, der im Sommer zuvor für 64 Millionen Euro aus Neapel gekommen war.

In der Champions League kam es erneut zu einem Ausscheiden im Viertelfinale, diesmal gegen Chelsea nach Verlängerung und einem dramatischen Hin- und Rückspiel. Die heimische Dominanz des PSG lässt sich in Europa nicht umsetzen, und in der französischen Presse wird bereits über die Grenzen der Mannschaft diskutiert.

2014/15: Das Vierfach-Triumph in der heimischen Liga

Die Saison 2014/15 ist historisch. Der PSG gewinnt alle nationalen Titel: die Ligue 1, den französischen Pokal, den Ligapokal und die Trophée des Champions. Kein französischer Verein hatte zuvor dieses Vierfach-Triple geschafft. Ibrahimović leistet mit 19 Ligatoren einen entscheidenden Beitrag dazu, darunter mehrere spektakuläre Treffer, die um die Welt gehen.

Das prägende Bild der Saison: das Rückspiel im Achtelfinale gegen Chelsea, in dem PSG nach dem Platzverweis von Ibrahimović bereits in der 31. Minute zu zehnt spielte und sich dennoch dank eines Treffers von Thiago Silva in der Verlängerung mit einem 2:2 den Einzug in die nächste Runde sicherte. Der Verein scheidet im Viertelfinale gegen Barça (1:3 und 0:2) aus, den späteren Sieger des Wettbewerbs. Wieder einmal die Mauer. Doch das nationale Vierfach bleibt eine herausragende Leistung.

2015/16: Der letzte Pariser Auftritt

Ibrahimovićs letzte Saison bei PSG war eine Saison der Rekorde. Der Schwede erzielte 38 Tore in der Ligue 1 – ein neuer absoluter Saisonrekord für einen Stürmer von PSG. Der Verein holte erneut das Vierfach und setzte damit seine Dominanz im Inland fort. Mit 34 Jahren spielt er weiterhin auf höchstem Niveau, und zwar mit einer Beständigkeit, die in diesem Alter nur wenige Spieler vorweisen können.

Auf europäischer Ebene sieht es ähnlich aus. PSG scheidet im Viertelfinale gegen Manchester City aus (2:2 und 0:1), das in dieser Saison mit dem schwächsten Kader antrat. Ibrahimović nimmt dies persönlich und kündigt seinen Abschied zum Saisonende an. Wenige Wochen später wechselt er zu Manchester United.

Ibrahimovic, 2012–2016 bei PSG
Ibrahimovic, 2012–2016 bei PSG

Europa, die gläserne Decke der Ibra-Jahre

Das größte Manko der Ära Ibrahimović bei PSG ist dieses gescheiterte europäische Projekt. Vier Spielzeiten, vier Ausscheidungen im Viertelfinale der Champions League. Kein Verein schafft diese Bilanz, ohne den Wettbewerb mindestens einmal zu gewinnen – das ist statistisch gesehen selten. PSG scheitert jedes Mal an einem europäischen Spitzenklub: zweimal an Barcelona, an Chelsea und an Manchester City.

Diese Frustration führte schließlich zu den Starverpflichtungen im Jahr 2017 (Neymar, Mbappé) und dann 2021 (Messi), über die wir in unserem Artikel über das Trio Neymar-Mbappé-Messi bei PSG berichten. Die katarische Vereinsführung kam zu dem Schluss, dass der Mannschaft mit Ibrahimović ein Stück europäischer Erfahrung gefehlt habe. Es sollte bis 2025 dauern, bis dieses Vorhaben endlich von Erfolg gekrönt war.

Die Zahlen und Rekorde, die Paris hinterlassen hat

Bei seinem Abschied im Juli 2016 hinterließ Ibrahimović bleibende Spuren. Mit 156 Toren in allen Wettbewerben war er damals der beste Torschütze in der Geschichte des PSG – ein Rekord, den Edinson Cavani bereits im Januar 2018 brach. In der Ligue 1 stellten seine 113 Tore in vier Spielzeiten ebenfalls eine außergewöhnliche Bilanz dar, die später von Mbappé übertroffen wurde.

Vier Ligue-1-Meisterschaften in Folge, zwei französische Pokalsiege, vier Ligapokalsiege, vier Trophées des Champions: Kein Spieler hat beim PSG in einem so kurzen Zeitraum so viele nationale Titel gewonnen. Der Schwede verlässt Paris mit einer fast unübertrefflichen Erfolgsbilanz, mit Ausnahme der Champions League, die er in seiner gesamten Karriere noch nie gewonnen hat.

Zlatan Ibrahimovic mit der Ligue-1-Trophäe
Zlatan Ibrahimovic mit der Ligue-1-Trophäe

Das Vermächtnis von Ibrahimović für den Verein

Ibrahimovićs Beitrag für den PSG reicht weit über das Spielfeld hinaus. Sein Charisma, seine oft wiederholten Äußerungen und die Art und Weise, wie er seinen Mannschaftskameraden hohe Maßstäbe auferlegte, haben die Mannschaft vier Jahre lang geprägt. Mehrere Spieler berichteten später, wie sehr die Anwesenheit eines Konkurrenten dieses Kalibers sie in ihrer Entwicklung vorangebracht habe.

In symbolischer Hinsicht war seine Ankunft im Sommer 2012 auch ausschlaggebend dafür, dass der PSG bei den ganz großen Spielern an Glaubwürdigkeit gewann. Als der Verein 2017 mit Neymar oder 2021 mit Messi verhandelte, spielte die von Ibrahimović hinterlassene Ausstrahlung eine entscheidende Rolle: Der PSG ist nun ein Verein, bei dem eine Fußballlegende ein wichtiges Kapitel ihrer Karriere schreiben kann. Zum Hintergrund des europäischen Triumphs 2025 lesen Sie unseren Artikel über die erste Champions-League-Saison des PSG.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zlatan Ibrahimović wechselte am 17. Juli 2012 vom AC Mailand für rund 20 Millionen Euro zum PSG.
  • Zwischen 2013 und 2016 gewann er vier Mal in Folge die Ligue 1, darunter zwei Mal das Vierfach in den heimischen Wettbewerben in den Jahren 2015 und 2016.
  • 156 Tore in allen Wettbewerben für den PSG – ein Vereinsrekord bei seinem Abschied (der im Januar 2018 von Cavani gebrochen wurde).
  • 38 Tore in der Ligue 1 in der Saison 2015/16 – damals der absolute Saisonrekord für einen Stürmer von Paris Saint-Germain.
  • Vier Ausscheidungen in Folge im Viertelfinale der Champions League zwischen 2013 und 2016.
  • Wechsel ablösefrei zu Manchester United im Juli 2016.
  • Durch seine Anwesenheit hat sich der PSG als glaubwürdiges Ziel für die ganz großen Weltstars etabliert.

Weiterführende Informationen

Um Ihnen einen tieferen Einblick zu gewähren, empfehlen wir Ihnen unsere Artikel über die gesamte Geschichte des PSG, über das Trio Neymar-Mbappé-Messi, das seine Nachfolge antrat, über den Parc des Princes, wo er so viele Tore erzielte, sowie über die erste Champions-League-Titel des PSG im Jahr 2025 – ein Erfolg, den er während seiner Zeit in Paris nie erleben durfte.

Häufig gestellte Fragen

Wann hat Zlatan Ibrahimović bei PSG gespielt?

Zlatan Ibrahimović spielte von Juli 2012 bis Juli 2016 beim PSG, also vier Spielzeiten in Folge. Er kam vom AC Mailand und wechselte ablösefrei zu Manchester United.

Wie viele Tore hat Ibrahimović bei PSG erzielt?

Zlatan Ibrahimović erzielte bei PSG in allen Wettbewerben insgesamt 156 Tore, womit er bei seinem Weggang im Jahr 2016 der erfolgreichste Torschütze in der Vereinsgeschichte war. Dieser Rekord wurde dann bereits im Januar 2018 von Edinson Cavani gebrochen.

Wie viele Titel hat er in Paris gewonnen?

Vier Ligue-1-Meisterschaften in Folge (2013, 2014, 2015, 2016), zwei französische Pokalsiege, vier Ligapokalsiege und vier Supercups. Er war 2014/15 und 2015/16 an zwei heimischen Vierfachsiegen beteiligt.

Warum hat Ibrahimović mit PSG nie die Champions League gewonnen?

In seinen vier Spielzeiten in Paris schied der PSG jedes Mal im Viertelfinale aus: 2013 gegen den FC Barcelona, 2014 gegen Chelsea, 2015 erneut gegen Barcelona und 2016 gegen Manchester City. Die Champions League ist für den Verein nach wie vor sein größter Wermutstropfen.

Welchen Einfluss hatte Ibrahimović nach seinem Weggang auf den PSG?

Durch seine Zeit beim PSG wurde der Verein zu einem glaubwürdigen Ziel für die ganz großen Stars des Fußballs. Seine Anwesenheit trug dazu bei, eine anspruchsvolle Mannschaft zu formen, und bereitete den Verein auf die Verpflichtungen von Neymar im Jahr 2017 und anschließend von Messi im Jahr 2021 vor.

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